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Eindrücke vom
Partnerschaftstreffen
Leonberg - Pieschen
vom 8. bis 10. Oktober 1999

Dieses Jahr fand nun schon das 11. regelmäßige Partnerschaftstreffen statt. Nach dem großen Jubiläum und der Sächsischen Landesausstellung in Panschwitz-Kuckau beim letzten Besuch in Dresden-Pieschen hatten sich einige Leute aus beiden Gemeinden schon im Sommer getroffen, um ein wenig für die Zukunft zu planen; um so mehr waren wir gespannt, wie das erste "neue" Treffen angenommen würde.
Motorisierung und Berufsleben machen es nötig und möglich, auf einen Bus zu verzichten - trotzdem erfolgte die Anreise nicht ganz individuell, sondern in Grüppchen. Jedes Auto war voll und so haben sich auf der Fahrt mitunter Pieschener angeregt unterhalten, die sich zum Sonntagsgottesdienst höchstens freundlich zunicken. Alle waren voll Vorfreude auf die gemeinsamen Tage in Leonberg.

Für die zeitigen (oder schnellen) gab es im Johannes-Haus zur Begrüßung am Nachmittag leckeren Kaffee & Kuchen, so konnten unbeschwert schon die ersten Kontakte geknüpft oder aufgefrischt werden. Ansonsten stand der erste Abend unter Regie der Gastgeberfamilien, die die Reisemüden gut bewirteten.

Am Sonnabend trafen sich alle um 10.00 Uhr zum thematischen Teil: Für uns Pieschener klang "Gemeindeerneuerung" vorher eher nach Gebietsreform als nach geistliche Neufindung. Aber nach einer kleinen Einführung hatte jeder die Möglichkeit, ein Kernstück der Gemeindeerneuerung kennenzulernen: das "Bibel teilen". Das Gleichnis mit den Hochzeitseinladungen war sehr anregend für eine vielfältige Diskussion: keine Gruppe hat es pünktlich zum gemeinsamen Gebet geschafft! Zum Glück war noch kein Mittagessen angebrannt, das die fleißigen Gastgeber in den Familien bereitet hatten.
 

Zum Nachmittag ging es mit einem großen Bus, kleinen Bussen und Autos zum Kloster Bebenhausen. Unterwegs gab es schon eine Vielzahl landestypischer Geschichten und Anekdoten, die Herr Bohnacker in gewohnt charmanter Weise zum Besten gab. Im Kloster selber wurde uns in einer ausgiebigen Führung in zwei Gruppen die ereignisreiche Geschichte geschildert: Von der Gründung vor mehr als 900 Jahren über die Stationen Zisterzienser-Kloster, evangelische Klosterschule, Jagdschloß der württembergischen Könige bis zur Nutzung als Landtag von Württemberg-Hohenzollern vor 50 Jahren. Wie wir feststellen konnten ist es heute auch eine beliebte Hochzeitskulisse und ein Anziehungspunkt für Besucher aus nah und fern.

Alle waren von den vielen sehenswerten Details angetan, die diese imposante Anlage dem Betrachter bot und die auch schon Eduard Mörike in seinem Gedicht "Bilder aus Bebenhausen" beschrieb. Und wie er würdigten wir hinterher die nähere Umgebung: teilweise mit einer Wanderung durch den idyllischen Schönbuchwald, dessen beginnende Laubfärbung das ganze Tal farbenprächtig schmückte - teilweise durch eine gemütliche Einkehr in Gastwirtschaft. Auf dem Rückweg durften wir noch die neueste Attraktion Leonbergs durchfahren - den Autobahntunnel! 

Im Johannes-Haus wurden wir von einem reichlichen Büfett empfangen, das uns Gelegenheit zum Genuß landestypischer Kost gab - von Maultaschensuppe über deftige Wurst- und Käseplatten bis hin zum guten Wein! Außerdem sorgte das Büfett für eine willkommene Auflockerung der Gäste, jeder nutzte die Gelegenheit, neue Bekanntschaften zu machen oder in Ruhe mit alten Freunden zu plauschen. Die Länge des Abends wurde nur durch die persönliche Bettschwere begrenzt.

Am Sonntag trafen sich alle mehr oder weniger ausgeschlafen in der Johanneskirche, wo in einem festlichen Gottesdienst Pfarrer Groß mit seiner Predigt an die 10jährige Geschichte der deutschen Einheit erinnerte, die ja auch in tiefer Beziehung zu unserer Gemeindepartnerschaft steht. Danach trennten sich unsere Wege wieder - manche begaben sich gleich wieder auf die Heimreise, andere verbrachten vorher noch ein paar Stunden bei ihren Gastfamilien, wieder andere brachen zu einer kleinen Urlaubsreise auf. Inzwischen sind alle wieder gut in Pieschen angekommen.

Wir möchten uns noch einmal recht herzlich bei allen bedanken - bei den Gastgeberfamilien, beim Kirchengemeinderat, bei Herrn Bohnacker, Pfarrer Kaufmann und allen ungenannten Helfern. Wir würden uns freuen, Sie alle im heiligen Jahr 2000 in Pieschen begrüßen zu können.

Teresa Romanek & Christoph Nitsche