„Auferstehung“

Entwurf Morgner

Befreiung von physischen und psychischen Grenzen, d.h. Absprengen der Umhüllungen, die sowohl isoliert wie auch geschützt haben. Die sich an mein ecco homo – Thema anlehnende Menschliche Figur nimmt natürlich auch eine ornamentale Strenge der von der Romanik angeregten äußeren Jugendstilreliefs der St. Josefs Kirche auf.

Entscheidend für die Fenstergestaltung aber ist die Reaktion auf die großartige Umformung des sakralen Innenraumes durch Friedrich Press. Menschen nähern sich dem Altar, dem himmlischen Jerusalem, ohne den Ballast und Schutz ihrer Umhüllungen, frei in einem goldgelben Kreuz stehend. Aus Schlüsselbein und Brustbein hat sich das Zeichen des Gekreuzigten gebildet. Der Mensch trägt Christus in sich. Die Kreuze bilden sich im Rhythmus der sechs Fenstergruppen. Das kompromisslose Schwarz des aufgeschmolzenen Glases verbindet die romanische Strenge der Figuren mit dem musikalischen Rhythmus der auseinandergesprengten Hüllenfragmente.

Das goldene Licht der Kreuze reagiert mit dem blendenden Weiß der press`schen Gestaltung. Die technische Ausführung der Glasscheiben mit Mitteln der heutigen Zeit, umgesetzt durch die Firma entwickelt die moderne Gestaltung des Innenraumes weiter.

Michael Morgner

26. Januar 2006

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