Ein Bild sagt oft mehr als tausend Worte. „Tausend Ströme fließen in das Meer, doch ist das Meer nicht voll.“ Vielleicht kann das Tiefste immer nur „in Bildern“ ausgedrückt werden. Im Bild leuchtet die Wahrheit Gottes auf und die Wirklichkeit unserer Erlösung. Aber im Bild kommen wir auch mit unserem eigenen Wesen in Berührung und ins Gespräch. Frühere Kirchenfenster haben oft in kunstvoller Weise das Heilige, die Heiligen aufl euchten lassen. Unsere neuen Kirchenfenster wollen einen Prozess des Menschen, einen Werdegang anschaulich machen. Ich selber bin auf dem Lebensweg, ich habe meine Vorstellungen, meine Träume und Wünsche, ich bin aber auch durch die Taufe auf dem Weg zu einem Ziel ins „Himmlische Jerusalem“. Ein Bild aus der Apokalypse des Johannes. Gleichzeitig bin ich auch „eingefasst“ von eigenen Begrenzungen, die mich hindern in vielfacher Weise: meine begrenzte Zeit meine begrenzte Gesundheit meine begrenzten Begabungen Dann werde ich auch begrenzt und „in Grenzen“ gesetzt durch mein Leben, Personen, die mich fordern und überfordern. Ich erlebe meine Schatten, Krankheiten, Ängste und Zwänge, Hass und Enttäuschung. „Ich kann aus meiner Haut nicht heraus.“ Aber auf meinem Weg werde ich von einer Verheißung begleitet, die tief im Herzen als Bild ruht: Erlösung durch Gott verwandelt und befreit, richtet auf, macht lebendig und frei. Grenzen lösen sich von mir; selbst die stärkste Grenze der Tod wird nicht mehr sein. Die Bilder in unseren Fenstern laden ein, das Geheimnis zu verstehen, das wir unter Zeichen jetzt schon feiern dürfen bis wir IHN schauen dürfen von Angesicht zu Angesicht grenzenlos. Johannes Groß, März 2006 |
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