| Christoph Nitsche
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Thomas Klinger
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Fassung 1.11 vom 26. Dezember 2001
Die vorliegende Information wurde vom Dekanatsrat Dresden angeregt
und ist für Pfarrgemeinderäte als Entscheidungsgrundlage für
bzw. gegen einen Internetauftritt ihrer Gemeinde gedacht. Es wurde versucht,
auf entscheidende Fragen im Zusammenhang mit dem Internet verständliche
Antworten zu geben und Punkte aufzuführen, die vor einem Internetauftritt
bedacht werden sollten. Für Hinweise und Ergänzungen sind die
Autoren dankbar und stehen für weitere Fragen gern zur Verfügung.
Diese Information ist auch direkt im Internet verfügbar (http://www.StJosef-Dresden.de/Internetauftritt.html).
1 Das Internet
1.1 Entstehung
1.2 Dienste
1.3 Risiken
1.4 Suche im Internet
1.5 Die eigene Homepage
2 Inhalt von Internet-Seiten einer Pfarrei
2.1 Information
2.2 Kommunikation
3. Planung des Internet-Auftritts einer Pfarrei
3.1. Technische Voraussetzungen
3.2 Anbieter/Provider
3.3 Finanzielle Voraussetzungen
3.4. Rechtliches zum Inhalt der Seiten
Anhang: Erfahrungsbericht zur Homepage der St. Josefsgemeinde
in Dresden-Pieschen
Bestimmt haben Sie schon den Namen Internet gehört, oder Sie sind auf die Buchstabenfolge http://www......... irgendwo einmal aufmerksam geworden. Für Sie und für alle, die sich dafür interessieren, was sich mit dem Begriff Internet verbindet, wie es funktioniert und welche Möglichkeiten es bietet, wird im folgenden etwas näher darauf eingegangen, ohne natürlich bis ins letzte Detail vordringen zu wollen und in der Kürze auch zu können. Wenn Sie als Neueinsteiger nachher auf diesem Gebiet etwas mitreden können, sich weitergehend damit beschäftigen und mehr wissen wollen, dann würde uns das sehr freuen. Den Gemeinden, die am Überlegen sind, ob ein Internetauftritt sinnvoll ist und was dabei beachtet werden muß, soll dieser Artikel eine Entscheidungshilfe darstellen. Im ersten Abschnitt wird das Internet mit Aspekten vorgestellt, die bei der Arbeit mit demselben beachtet werden sollten. Interessieren Sie mehr die anwendungsbezogenen Gesichtpunkte für die Pfarrgemeinde, dann lassen Sie sich dadurch nicht verwirren und beginnen mit Punkt 2. Unter Punkt 3 werden dann die technischen Voraussetzungen für den Internetauftritt erläutert. Einige Begriffe sind im Anschluß erklärt.
In den vergangenen zehn Jahren hat sich rasant ein weltweites Computernetz mit der Bezeichnung Internet aufgebaut. Es ist aus einem in den sechziger Jahren des letzten Jahrhunderts von der Advanced Research Projects Agency (ARPA, USA) für militärische Zwecke entwickelten, sogenannten Arpanet hervorgegangen. Das Ziel bestand darin, viele dezentrale Computer miteinander zu verknüpfen, um bei Ausfall eines einzigen, dessen Funktion durch die anderen zu ersetzen. Die Daten waren somit nicht nur auf einem System lokalisiert, sondern verteilt. Der allgemeine Begriff Internet wurde Anfang der achtziger Jahre geprägt, als zunehmend zivile Nutzer, wie z.B. Universitäten, Teile des Arpanet zu nutzen begannen. Auf Grund von Sicherheitsrisiken wurde später der militärische Teil ausgegliedert.
1.2 DiensteDie Internetdienste, unter anderen das World Wide Web, basieren auf einem dezentralen, dynamischen und unstrukturierten, man kann sagen chaotischem System. Die an das Internet über Modem oder Standleitung angeschlossenen Computer sind weltweit in wenigen Sekunden miteinander verbunden. Mit Hilfe des Internet lassen sich mit entsprechender Software Texte, Bilder, Grafiken und Ton in digitalisierter Form verschicken und empfangen. Weiterhin existieren Schnittstellen zu anderen Kommunikationsnetzen wie z.B. den Mobilfunknetzen. Seit kurzem ist es möglich, E-mails in die Mailbox eines Funktelefonbetreibers zu übertragen, die somit per Handy abrufbar sind. Umgekehrt können Anrufe als E-mail empfangen werden. Den Weg, den eine Nachricht vom Sender zum Empfänger zurücklegt, ist meist nicht nachvollziehbar. Daher sind die Daten während der Übertragung den Unbilden der unbekannten Weiten des Internets ausgeliefert.
1.3 RisikenEs besteht die Möglichkeit, daß sich unautorisierte Dritte auf fremde Nachrichten Zugriff verschaffen. Um die Sicherheit von Daten zu gewährleisten, können Informationen verschlüsselt werden. Dies wird vor allem von Banken beim Homebanking praktiziert. Ein Verschlüsselungsprogramm ist ziemlich kostspielig und empfiehlt sich eigentlich nur für die professionelle Übertragung hochwichtiger Daten. Man sollte selbst einschätzen, welche Wichtigkeit oder welchen Geheimhaltungsgrad einem die Daten bedeuten und entsprechende Vorsorge treffen. Eine weitere große Gefahr besteht darin, beim Herunterladen von Web-Seiten oder beim Empfangen von E-mails, Computer-Viren mitgeliefert zu bekommen. Der Absender braucht dies nicht einmal zu merken oder ist machtlos, wenn er über kein oder ein veraltetes Virenschutzprogramm verfügt. Unter Viren, im elektronischen Sprachgebrauch, sind Abfolgen von Zeichenketten zu verstehen, die sich an Dateien anhängen und unerwünschte, meist zerstörerische Wirkungen entfalten. Um die im Computer auf der Festplatte befindlichen Daten zu schützen, auch um Viren nicht seinen Freunden und Bekannten weiterzuleiten, ist ein aktuelles Virenschutzprogramm unerläßlich (z.B. Norman Virus Control, Dr. Solomon Anti Virus, Sophos Anti-Virus u.a.).
1.4 Suche im InternetDas Internet ist eine unerschöpfliche Quelle von Informationen.
Es erfordert allerdings einige Erfahrung, die gesuchten Informationen auch
zu finden. Dazu stehen verschiedene Suchmaschinen bereit. Nach der Eingabe
von Schlagworten werden meist Listen mit Adressen angezeigt, die diese
Worte im Schlagwortregister führen. Auch um im Internet selbst mit
seinem Angebot gefunden zu werden, sollte jede Adresse oder Homepage bei
Suchmaschinen wie z.B. Google (www.google.de),
Alta Vista (www.altavista.com),
Infoseek (www.infoseek.com),
Lycos (www.lycos.de),
Fireball (www.fireball.de)
und Yahoo (www.yahoo.com)
angemeldet werden. Wie Sie feststellen, bestehen Internetadressen, wie
auch Dateinamen, aus einem Namen und einem Typ. Letzterer entspricht in
vielen Fällen einer länderspezifischen Buchstabenkombination
(.de für Deutschland, .it für Italien, ...). Com steht für
commerce (dt.: Handel, Verkehr), also rein geschäftliche Adressen.
Um die Suche für andere zu erleichtern, ist es zweckmäßig,
sich in übergeordneten Strukturen mitführen zu lassen und einen
Link (dt.: Verbindung) zur eigenen Homepage einzufügen. Alle angegebenen
Suchmaschinen bieten dazu die Möglichkeit.
Für katholische Gemeinden unserer Region bietet sich auf jeden
Fall das Kathweb (www.kathweb.de)
an, welches beim Benno-Verlag geführt wird und offizielle Seiten für
die Bistümer Dresden-Meißen,
Erfurt
und
Magdeburg
pflegt.
Mit einer Homepage stellen sich Unternehmen, Vereinigungen, religiöse Gemeinschaften, Interessengemeinschaften oder Privatleute vor, betreiben Werbung, vermitteln Wissen, bieten Dienstleitungen an oder präsentieren Veranstaltungen und Termine. Die Homepages sind in Rechnern abgelegt, deren Zahl zur Zeit bei etwa 8 Mill. liegt. Weltweit nutzen privat und dienstlich bereits ca. 370 Mill., in Deutschland schätzungsweise 12 Mill., Menschen das Internet und die Zahl steigt stetig. Eine Homepage sollte übersichtlich, informativ und aussagekräftig sein. Sie sollte sich einem bestimmten Kreis zuwenden und durch interessante, aktuelle Themen zur Wissensvermittlung beitragen. Wird damit eine größere Gruppe als zum Beispiel die eigene Pfarrgemeinde angesprochen, ist man auf dem richtigen Weg.
2 Inhalt von Internet-Seiten einer PfarreiVor der Entscheidung für einen Auftritt der Pfarrei im Internet, sollte darüber nachgedacht werden, wen man eigentlich erreichen möchte und welche Ziele verfolgt werden. Davon hängt in der Regel die Gestaltung der Seiteninhalte ab. Mit Hilfe des Internets kann man sowohl informieren als auch kommunizieren.
2.1 InformationDies bedeutet die Bereitstellung von Informationen, die abgerufen werden
können. Rückkopplung, also Fragen und Bemerkungen sind über
das Internet nicht möglich. Kontakt kann über die Angabe der
Telefonnummer oder der Adresse auf herkömmlichem Weg hergestellt werden.
Informative Internetseiten einer Pfarrei können aus unserer Sicht
hinsichtlich des Aufwandes der Aktualisierung in drei Gruppen eingeteilt
werden, und zwar in Seiten ohne, mit geringfügigem und mit hohem Aktualisierungsaufwand.
Kommunikation bedeutet, daß eine Kontaktaufnahme über das
Internet von jederman möglich ist (z.B. über E-mail). Wenn man
sich dafür entscheidet, ist zu bedenken, daß der Nachfragende
nicht lange auf eine Antwort warten will. Wird diese Option angeboten,
sollte also in regelmäßigen Abständen (z.B. einmal pro
Tag) der ,Briefkasten" geleert und die Post beantwortet werden. Diese Aufgabe
sollte dem Pfarrer oder der Pfarrsekretärin vorbehalten bleiben.
Eine E-mail kann man zwischen einem Telefonat und einem richtigen Brief
einordnen. Das Anliegen ist nicht so dringend, daß man durch ein
Telefonat stören will, andererseits nicht so bedeutend, daß
ein Brief mit allem ,Drum und Dran" aufgesetzt werden muß. Meistens
handelt es sich um kurze Nachfragen, die sich mit Hilfe einer E-mail schnell
und unbürokratisch beantworten lassen. Da immer mehr Menschen einen
Internetzugang haben, entwickelt sich die E-mail zu einem
schnellen und günstigem Ersatz für den traditionellen Briefverkehr.
3. Planung des Internet-Auftritts einer
Pfarrei
3.1. Technische Voraussetzungen
Die Inhalte der Internetseiten einer Gemeinde liegen üblicherweise nicht auf einem Computer, den die Gemeinde besitzt und betreibt, sondern bei einem Diensteanbieter (Serviceprovider), der leistungsstarke Rechner besitzt, die ständig mit dem Rest des Internet in Verbindung stehen. Daher ist für das Erstellen von Internetseiten kein besonders neuer oder teurer Rechner nötig: Es eignet sich dafür jeder Computer, der in den letzten 3-4 Jahren gekauft wurde und mit dem sich tägliche Arbeiten wie Textverarbeitung oder auch das Surfen im Internet erledigen lassen. Falls der Computer noch kein Modem besitzt, muß dieses für 100 – 200 DM angeschafft werden. Auch das Betriebssystem des Rechners (Windows, MacIntosh, Unix) spielt keine Rolle. Und letztlich muß dieser Rechner nicht im Pfarrbüro stehen; wenn man mit dem technischen Erstellen der Internetseiten fähige Gemeindemitglieder beauftragen kann, reicht es aus, wenn diese über einen entsprechenden Computer verfügen.
3.2 Anbieter/ProviderDie von der Gemeinde erstellten Internetseiten können auf mehreren Wege im Internet verfügbar gemacht werden:
Das Anbieten von Internetinhalten ist relativ preisgünstig möglich.
Für alle hier beschriebenen Möglichkeiten benötigt man auf
jeden Fall auch einen normalen „Surfzugang“, mit dem man die auf dem eigenen
Rechner erstellten Inhalte zum Rechner des „Platzvermieters“ befördert.
Dafür sollten im Monat 30 – 90 Minuten ausreichen, die etwa je 2,5
Pf und damit insgesamt zwischen 75 Pfennig bis 2,25 DM im Monat kosten.
Damit ist man bei der ersten Ablagemöglichkeit auch schon fertig,
im zweiten und dritten Fall kommen noch einmalig 10 – 100 DM für die
Einrichtung und ein monatlicher Betrag zwischen 0 und 20 DM hinzu. Auch
mit Monatsbeiträgen von einer Mark ist bereits ein sinnvolles Arbeiten
möglich, die Speicherung auf Rechnern katholischer Firmen ist unter
Umständen auch komplett kostenfrei.
Natürlich gibt es auch eine große Zahl von Firmen, die komplettes Design, technische Umsetzung und Speicherung aus einer Hand anbieten, dafür aber auch Preise von mehreren Hundert Mark für die Einrichtung und 20 DM aufwärts monatlich verlangen müssen. Diese Firmen bieten in der Regel vorher eine umfassende Beratung und Information zu den unterschiedlichen gebotenen Leistungen an, weswegen hier nicht weiter darauf eingegangen wird.
3.4. Rechtliches zum Inhalt der SeitenWie bei jeder Veröffentlichung ist zu prüfen, inwieweit Rechte anderer berührt werden. Dies beginnt bereits beim gewählten Domainnamen, allerdings sind Konstruktionen wie www.StJosef-Dresden.de oder www.Kloster-Moordorf.de üblicherweise unkritisch.
Bilder der Kirche oder von Veranstaltungen sollte man selber anfertigen und scannen oder die Verwendung für die Internetseiten mit dem Fotographen absprechen. Einige Internetdienstleister wie Strato bieten auch eigene Bilderarchive an, die man kostenfrei nutzen kann. Bilder von Gemeindemitgliedern (oder anderen Personen), deren Adressen oder Telefonnummern sollte man nur nach vorheriger Absprache veröffentlichen.
Üblicherweise befinden sich auf den eigenen Seiten auch Verweise (Links) auf fremde Angebote, der Inhalt man weder zu verantworten hat noch ständig überprüfen kann. Zur Sicherheit sollte man diese Tatsache im Zusammenhang mit den Links angeben, um jegliche Haftung für fremdes Verschulden auszuschließen.
Für alle Fälle sollten die Zugangsdaten, Paßwörter und Vertragsdokumente zumindest als Kopie in der Pfarrei vorhanden sein, damit der Internetauftritt nicht an eine einzelne Person geknüpft ist. Idealerweise läßt sich die Arbeit auch auf mehrere Personen verteilen, die sich bei Urlaub oder Krankheit vertreten können.
Anhang: Erfahrungsbericht zur Homepage
der St. Josefsgemeinde in Dresden-Pieschen
Ich heiße Christoph Nitsche und pflege seit Januar 2000 die Homepage
unserer Pfarrgemeinde. Ich habe auch privat eine Homepage und bin beruflich
als Programmierer tätig, so daß ich wenig Berührungsängste
zu diesem Medium hatte, ganz im Gegenteil habe ich diesen Schritt in unserer
Gemeinde angeregt und vorangetrieben.
Wir haben eine eigene Domain www.StJosef-Dresden.de,
die bei Strato abgelegt
ist und monatlich 1 DM kostet. Dort werden die aktuelle Monatsinfo mit
Terminen und Veranstaltungshinweisen abgelegt, Informationen zu unserer
Gemeinde oder vergangenen Veranstaltungen oder Aktionen sowie Kontaktmöglichkeiten
(Adresse, Telefon/Fax und E-Mailadressen für Pfarrei, PGR, Kolping)
und interessante Verweise (Beispiele siehe Kapitelende).
Für die erstmalige Herstellung der Seiten habe ich etwa 4 Stunden
benötigt, durch Rückgriff auf bereits bestehende Strukurelemente
meiner eigenen Seite habe ich dabei etwa 3-4 Stunden Arbeit gespart. Für
die Struktur meiner Seite benutze ich sogenannte Frames (Rahmen oder Teilbereiche),
deren HTML-Befehlscode ich mit einem Texteditor erarbeite, was etwas Programmiererfahrung
voraussetzt. Die einzelnen Inhaltsseiten erstelle ich mit dem Composer,
der zum kostenlosen Netscape Communicator gehört und im Prinzip einer
normalen Textverarbeitung wie Microsoft entspricht.
Die monatliche Info bekomme ich von der Pfarrsekräterin per Mail
bereits als Computertext, so daß die Wandlung in eine Internetseite
nur etwa 20-30 Minuten in Anspruch nimmt, die einmal im Monat zu leisten
sind. Die Berichte über unsere Gemeinde und Aktivitäten werden
nach Bedarf und Möglichkeit erstellt, was etwa 2-3 Stunden dauert.
Die Übertragung der fertigen Seiten auf den Speicherplatz bei Strato
dauert dann nur 1-5 Minuten.
Die Überschrift oben bleibt immer sichtbar, ebenso die Menüleiste
auf der linken Seite. Dort kann man die einzelnen Unterseiten aufrufen,
los geht es immer mit der Startseite:
Interessantester und aktuellster Punkt ist die aktuelle Monatsinfo
mit allen Terminen und Veranstaltungen:
Für besondere Anlässe können Sonderseiten erstellt werden:
Ein Bezug zur realen Welt mit Kontaktmöglichkeiten darf ebenfalls
nicht fehlen: